Probier´s mal mit Freiheit

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Mensch
Mensch

„Der Mensch ist frei geboren und doch überall in Ketten“, schreibt  Jean-Jacques Rousseau bereits vor rund 250 Jahren.  Zur Zeit der Aufklärung (1720-1785) findet  ein Paradigmenwechsel statt. Bürger befähigen Mitbürger ihre Ketten abzulegen. Die Idee lebt im heutigen Empowerment weiter. Doch der Gedanke hat an Kraft verloren.

Die Herrschaft des unwissenden Volkes

Bislang haben wir im Grunde  zwei Herrschaftsformen hervorgebracht, die Herrschaft von Gottes Gnaden (despotisch) oder die Herrschaft durch den Willen des Volkes (demokratisch). Zu Kaiser Wilhelms Zeiten mischt sich das preußische Königreich in das Leben der Untertanen nicht ein. Gesundheitsversorgung ist nahezu nicht vorhanden. 1848 ist das Jahr der  bürgerlichen Revolution in Deutschland. Ein Auslöser  ist der Erfolg der Februarrevolution  in Frankreich. Streitteil der vormaligen Protestbewegung ist eine verbesserte öffentliche Gesundheitsversorgung. Die gesetzliche Krankenversicherung entsteht 35 Jahre später.

Macht-über versus  Macht-mit

Wir alle kennen solche Chefs, Politiker oder Funktionäre. Sie meckern und unterdrücken gerne. Es gibt zwar auch Vorgesetzte, die ihre Macht mit den Mitwirkenden leben, viele sind aber noch in Macht-über Strukturen gefangen.  Der Grund für diese Haltung  liegt in unserer Geschichte. Denn unsere Vorfahren haben sich über Jahrtausende untergeordnet, um zu überleben. In einer Diktatur lernt der Schüler, dass es gefährlich ist, sobald er sich kritisch einbringt. Doch ist es uns heutzutage möglich ohne Konsequenz unsere wirkliche Meinung frei zu äußern? Sind kritische Journalisten ihren Job los, falls Sie ihrem Chef widersprechen?

Fazit

„Wir wollen mehr Demokratie wagen”, mit diesen Worten beschreibt Bundeskanzler Willy Brandt 1969 einen neuen Politikansatz.  Demokratie verliert aber  ihre Wirkung, falls Beschlüsse durch eine unwissende  Mehrheit zustande kommen. Mehr Demokratie wagen Bürger, wenn sie Mitbürger  befähigen sich auch kritisch einzubringen. Nicht alle müssen einer Meinung sein, denn Meinungsunterschiede lassen sich verhandeln. Um diesen Zustand herzustellen, ist eine Neuauflage der Aufklärung  notwendig.  Politiker legen als gesetzgebende Gewalt die Rahmenbedingungen fest. Das Volk braucht für ihre Herrschaft die Offenheit des Politikers und den Mut des Journalisten, damit es einschätzen kann, was zu tun ist.

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