Dort sterben- wo wir gelebt haben

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Berend Feddersen
Berend Feddersen

„Man kann nichts mehr machen“, solche Floskeln sind im Krankenhaus oft zu hören, sobald es ans Lebensende geht. Palliativ-Fachkräfte entgegen darauf: „Wir können noch viel machen. Es ändert sich nur das Ziel. Das  ist jetzt der Mensch – mit seinen individuellen Bedürfnissen und seiner Lebensqualität.“ So fühlen sich Sterbende rasch wohl. „Wir kommen ganz offen, ohne Kittel – unsere Ritterrüstung hinter der wir uns sonst gerne verschanzen. Dadurch entsteht schnell Vertrauen“, erklärt  Palliativmediziner Berend Feddersen (39).

Ambulante Hospizdienste

Durch ambulante Hospizdienste können bis zu 96 Prozent der betreuten Menschen in ihrer vertrauten Umgebung sterben. Die Patienten werden durchschnittlich vier Wochen zu Hause versorgt. Fachkräfte nehmen sich Zeit für die Sterbenden. Emotional ist diese Arbeit anspruchsvoll. Damit die Belastungen nicht zu groß werden, tauschen sich die Fachleute regelmäßig interdisziplinär aus.

Interdisziplinäres Team

Die Teams sind breit aufgestellt. Die Hierarchien sind flach. „Es gibt in allen Bereichen einen Austausch“, sagt Berend Feddersen. Neben  Medizinern und Pflegenden wirken Seelsorger,  Therapeuten oder Apotheker mit. Von höchster Bedeutung  ist in der Palliativmedizin die Kontrolle der Schmerzen und der Beschwerden.  Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, der besonders körperliche, seelische, soziale und spirituelle Bedürfnisse  berücksichtigt.

Entlastete Angehörige

Palliativversorgung entlastet Betroffene und Angehörigen. Mit Fachleuten können sie offen über das Sterben sprechen. Denn das Thema Tod steht in solchen Situationen im Raum, aber keiner spricht darüber. Dabei täte es allen Beteiligten gut, über ihre Last zu reden. Auch für die Angehörigen ist es oft wichtig, dass der Patient zu Hause bleiben kann, und sie ihn auf dem letzten Weg begleiten. Es gibt den trauernden Angehörigen Kraft und hilft ihnen beim Verarbeiten des Verlustes.

Bedarfsgerechte Versorgung

Über zwei Drittel der Deutschen möchten laut einer Umfrage des Spiegels daheim sterben. Tatsächlich stirbt die Hälfte der Deutschen im Krankenhaus und ein Viertel im Pflegeheim. Der Ausbau der ambulanten Palliativversorgung ist also nicht allein durch die Zunahme an Pflegebedürftigen zu begründen. Ambulante Palliativdienste helfen die Bedürfnisse der Sterbenden zu erfüllen. Der Bedarf ist groß. Besondere Mängel bestehen vor allem im ländlichen Raum. In diesen Bereich ist noch viel zu machen.

Quelle: Markus Dietl,  Dank ambulanter Palliativ-Teams können Sterbenskranke ihr Lebensende zu Hause verbringen. Journal Digital  2013   hier

Markus Dietl, „Wir machen jetzt alles, dass es Ihnen gut geht“ – Wie das Spezialisierte Ambulante Palliativ Care Team Melitta Walter bis zu ihrem Lebensende begleitet. Journal Digital  2013   hier

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